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Lange Nacht der Museen
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Zwischen Krieg und Frieden

In diesem Jahr wird in Berlin mit einer Vielzahl von Ausstellungen an den 60. Jahrestag des Kriegsendes erinnert - an den Scherbenhaufen, den der von den Nazis angezettelte Krieg im eigenen Land hinterlassen hatte, aber auch an die unglaublichen Anstrengungen der Überlebenden, nach all dem Grauen einen neuen Anfang zu wagen.Was in dieser ungewissen Zeit zwischen dem Ende des Krieges und dem Beginn des Friedens nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs geschah, davon kann man sich in dieser Langen Nacht der Museen ein Bild machen: Zum Beispiel im Deutschen Historischen Museum, im Museum Europäischer Kulturen, aus dessen Sonderausstellung das Titelfoto mit dem Knaben in der kriegsbeschädigten Alten Nationalgalerie kommt, aber auch in der bewegenden Ausstellung im Schöneberg Museum über die unmittelbare Nachkriegszeit.

Die Stadtgeschichte der letzten 60 Jahre - Zerstörung, Spaltung, Aufbau, Wiedervereinigung - spiegelt sich auf eindrucksvolle Weise in der Geschichte der Berliner Museen, und auch diese 18. Lange Nacht der Museen bietet ihren Besuchern die Möglichkeit, Vertrautes, Bewährtes aber auch Neues und Überraschendes bei den über hundert teilnehmenden Häusern zu finden. Neue Teilnehmer sind neben dem Haus der Wannsee-Konferenz und dem Bruno-Paul-Bau (Foto) in Dahlem auch das beeindruckende Gebäude der Akademie der Künste am Pariser Platz und der "Ort der Information" des Denkmals für die ermordeten Juden Europas.
Anderen Orts geht die Lange Nacht noch viel weiter zurück in die Berliner Historie:
Vor 300 Jahren hatte Friedrich I., preußischer König, das winzige Dörfchen Lietzenburg vor den Toren der Stadt zu Ehren seiner verstorbenen Gemahlin in "Charlottenburg" umbenannt. Grund genug, ins dortige Schloss zu einer "Sommerlichen Serenade" im galanten Stil des Barock einzuladen. 100 Jahre Albert Einsteins Relativitätstheorie und 100 Jahre Künstlergemeinschaft "Brücke": Zwei weiteren Jubiläen kann in der Langen Nacht der Museen doppelt und dreifach nachgegangen werden. An Einstein erinnern Ausstellungen im Centrum Judaicum und im Kronprinzenpalais. Die "Brücke" ist an drei Orten präsent, in der Neuen Nationalgalerie, der Berlinischen Galerie und natürlich im Brücke-Museum.

Wie immer gibt es ein Kombiticket für die Lange Nacht, es gilt nicht nur für den Eintritt in die beteiligten Häuser und für die Benutzung des Bus-Shuttle-Service, sondern auch für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Tarifbereich ABC. Kenner des Berliner Bus- und U-Bahnnetzes können das Ticket selbstverständlich auch für individuelle Querverbindungen zu den einzelnen Museen benutzen.

Wolf Kühnelt