Über uns Impressum Presse Projekte Shop Newsletter Museumsjournal Infoline Museumspädagogischer Dienst Berlin
Lange Nacht der Museen
Lange Nacht der Museen

 
Home
Vorwort
News
Programm
Suche
Tickets / Shuttle
Tickets / Shuttle
Adressen
Archiv
Museumsnächte
Über uns
Meine Lange Nacht
Meine Lange Nacht
 

Vorwort

Die Geschichte hinter der Geschichte

Rund zwei Drittel der Besucherinnen und Besucher einer jeden Langen Nacht sind geübte Museumsgänger, sagt die Statistik, sie gehören also mit ziemlicher Sicherheit zu denjenigen, die den Berliner Museen im vergangenen Jahr die Rekordzahl von mehr als 10 Millionen Besuchen beschert haben. Museen sind damit ganz offensichtlich einer der wenigen Wachstumsbereiche in der Kulturlandschaft.
Die Lange Nacht der Museen, die 2005 in Berlin in ihr neuntes Jahr geht, hat sicher auch einen kleinen Anteil an dieser Entwicklung, denn einerseits bietet sie den Geübten wie den Ungeübten die Gelegenheit, neue Museen zu entdecken - Berlin hat davon immerhin fast 170 - und sie hat andererseits eine ganze Reihe von anderen Städten animiert, ebenfalls Museumsnächte mit einem ähnlichen Effekt zu veranstalten.
In dieser Winter-Langen-Nacht stellen sich etliche Museen auf eine ganz besondere Art vor: Sie geben Einblicke in jene Bereiche ihrer Arbeit, die dem ›normalen‹ Besucher meist verborgen bleiben. Denn von den vier Feldern, auf denen Museen ihrer Bestimmung nach tätig sind - Sammeln, Forschen, Bewahren und Präsentieren - ist oft nur die Präsentation in Form von Dauer- oder Sonderausstellungen öffentlich, alles andere findet gewissermaßen hinter verschlossenen Türen statt. Und deshalb erzählt zum Beispiel das Jüdische Museum "Die Geschichte hinter der Geschichte", indem es zeigt, wie Entscheidungen über Neuanschaffungen getroffen werden, wie die Sammlungen aufgebaut sind und was man auf den Rückseiten von Gemälden über deren Geschichte erfahren kann. Das Heimatmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf berichtet von "Sammellust und Sammelfrust", und das Museum für Indische Kunst in Dahlem erläutert Restaurierungstechniken vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Ägyptischen Museum, das vor seinem Umzug auf die Museumsinsel zum letzten Mal an der Langen Nacht teilnimmt, steht in voller Größe die auf dem Titelblatt abgebildete Skulptur - der junge Tut-ench-Amun, stark beschädigt, aber befreit von den Restaurierungsversuchen des 19. Jahrhunderts. Neue Teilnehmer gibt es auch bei der 17. Langen Nacht. Die Berlinische Galerie, gleich hinter dem Jüdischen Museum gelegen, zeigt sich in großartig umgebauten Räumen, und das Schloss Britz, das 2006 das 300-jährige Jubiläum des Hauses begeht, feiert die gute alte Berliner Operette.
Dann ist da natürlich noch der mittlerweile schon fast traditionelle Venezianische Karneval auf dem Kulturforum, wo beim "Defilee der Masken" wieder die schönsten Kostüme des Abends prämiert werden. Und vielleicht gibt es ja schon jemanden, der solche Preise sammelt…

Wolf Kühnelt