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Lange Nacht der Museen
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Vorwort

In den Zeiten der allgegenwärtigen Quiz-Shows könnten wir in diesem Sommer mit unserem Titelbild einen Favoriten in der Klasse der 100.000 Euro-Fragen anbieten: Was bedeutet die Kombination von Schinkels Gemälde "Spreeufer bei Stralau" aus der Alten Nationalgalerie mit einem Natur-Waldhorn des französischen Instrumentenbauers Dupois aus dem Musikinstrumenten-Museum? Für langjährige Besucher der Langen Nacht der Museen in Berlin wahrscheinlich keine Schwierigkeit. Nach Nachtkerze, Nachteule, Nachtfalter wird es vermutlich wieder etwas mit "Nacht" sein - und dann ist man auch schon ganz dicht dran, handelt es sich hierbei doch um die überaus romantische Versinnbildlichung des Begriffes "Nachtmusik". Beim genauen Hinschauen erkennt man auch, dass die beiden Herren im Boot im Licht der untergehenden Sonne auf Waldhörnern musizieren - Anregung zu einer ganz besonderen Lange-Nacht-Musik. Und so wird Ihnen auf dem Weg in die 12. Lange Nacht der Museen unerwartet Musik begegnen, dargeboten vom Quartett des Hornisten Christian Müller und von den fünf Sängerinnen und Sängern von Quintessenz, die sich im Laufe der Nacht an unterschiedlichen Plätzen hören lassen werden.

Die Sommer-Lange Nacht, an der wieder rund 100 Häuser teilnehmen, darunter "Neulinge" wie das Jagdschloss Grunewald, die Faktorey am Osthafen, das Heinrich Zille-Museum im Nikolaiviertel und das Berliner Abgeordnetenhaus im ehemaligen Preußischen Landtag, führt traditionsgemäß auch in die Berliner Außenbezirke - bis nach Friedrichshagen im Südosten und Spandau im Nordwesten. Im Südwesten liegen die Museen Dahlem, die vom Schloss Charlottenburg aus mit einer Shuttle-Schnellverbindung und - dazu wird es noch ein spezielles Info-Blatt geben - äußerst komfortabel mit der Kombination Busshuttle/U-Bahn zu erreichen sind (z.B. vom Wittenbergplatz aus in 14 Minuten!).

Das kulturelle Programm in den einzelnen Häusern steht - wie das gesamte Berlin-Brandenburgische Kulturjahr - unter dem Motto "Klassik und Romantik", wobei sich Berlin mehr der Klassik widmet und das bevorzugt im Sinne des bewundernden Ausrufes: "Einfach klassisch!". Was dazu führt, dass alle Museen ihre "Klassiker" in den Mittelpunkt rücken, das Bauhaus-Archiv dann eben seine klassischen Freischwinger.

Bei der 12. Langen Nacht der Museen mussten erstmals die Preise für das Kombiticket, das zum Besuch der teilnehmenden Häuser, zur Benutzung des Busshuttle-Service und zur An- und Abreise mit der BVG berechtigt, moderat erhöht werden. Der volle Preis beträgt jetzt 12 Euro, der ermäßigte für Rentner, Schüler, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger 8 Euro. Kinder bis 12 Jahre haben nach wie vor freien Eintritt. In Berlin erhält die Lange Nacht ja bekanntlich keinerlei öffentliche Zuschüsse, so dass bei kaum mehr zu erhöhender Besucherkapazität einerseits und dem berechtigten Anspruch auf eine (fast) perfekte Infrastruktur und ein qualitativ hochwertiges Programm andererseits nur diese Möglichkeit bleibt. Erste statistische Veränderungen zeigen sich übrigens bei der "Mobilität" der Besucher: Dank kürzerer Wartezeiten an den Bus-Haltestellen ist der Durchschnitt der besuchten Häuser von 3,9 in den letzten Langen Nächten auf 5,1 angewachsen... Die Tickets sind bereits im Vorverkauf erhältlich: in allen beteiligten Museen, an den Theaterkassen, in den Filialen der Citibank, im Kundencenter der Berliner Zeitung, beim MD Berlin und beim Fullhouse Service.

Wolf Kühnelt

 

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