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Lange Nacht der Museen
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Vorwort

...oder die Preußen kämen«, soll Sir Arthur Wellesley von Wellington in der Schlacht bei Waterloo ausgerufen haben, als er den heftigen Angriffen der Franzosen kaum noch standhalten konnte. Und die Preußen, mit dem greisen Blücher an der Spitze, kamen noch vor der Nacht. Bei der 10., der Jubiläums-Langen-Nacht der Museen sieht das ganz anders aus: Es wird Nacht, und die Preußen kommen auch! Ursache dafür ist das so genannte Preußenjahr, genauer das Berlin-Brandenburgische Kulturprojekt Preußen 2001 - Facetten einer Epoche anlässlich der 300. Wiederkehr des Krönungstages des ersten preußischen Königs, an dem eine Vielzahl von Einrichtungen in beiden Ländern mit zum Teil großen Ausstellungen beteiligt sind und das sich auch im Programm des MuseumsSommers in bereichender Weise niedergeschlagen hat. Die Lange Nacht der Museen nähert sich der preußischen Geschichte auf vielfältige Weise mal ernsthaft, mal augenzwinkernd, mal mit Ehrfurcht, mal respektlos. Mehr als hundert Museen, Ausstellungsinstitutionen und eigens eingerichtete Kunstprojekte zeichnen mit ihren ganz speziellen Mitteln Miniaturen von preußischem Leben, von preußischer Kultur wobei sich als angenehme Überraschung erweist, dass sich die Preußen mit ihrem Leben, ihrer Kultur wohltuend gering von anderen Völkern in Europa unterscheiden.

Wohltuend gering sind glücklicherweise auch die Unterschiede zu den vorangegangenen Langen Nächten. Allein der zentrale Ausgangspunkt, die Schnittstelle der innerstädtischen Shuttle-Bus-Routen, hat sich um ein paar hundert Meter vom Schlossplatz zum Roten Rathaus verlagert. Hier gibt es noch Tickets für die Kurzentschlossenen (längerfristig Planende haben sich bestimmt schon im Vorverkauf, also in den beteiligten Museen, den Theaterkassen, beim Fullhouse Service, bei der Citibank oder im Kundencenter der Berliner Zeitung, ausgestattet), hier gibt es heiße Schnitzel und kühle Getränke, Auskünfte und Anregungen und in der Nähe des Übertragungswagens von Radio Eins den totalen Durchblick durch die Lange Nacht, weil Reportagen und Interviews die Besucher auch darüber auf dem Laufenden halten, was sie am anderen Ende der Stadt gerade verpasst haben.

Erstmals nehmen - das hat die gemeinsame Arbeit an Preußen so mit sich gebracht - auch Brandenburger Museen an der Langen Nacht teil: vor den Toren der Stadt, also fast noch in Berlin, in Potsdam das Filmmuseum und das gerade eröffnete Haus der Brandenburgisch- Preußischen Geschichte sowie der BUGA-Park, weiter entfernt die Museen in Prenzlau, Frankfurt, Bad Liebenwerda und Finsterwalde, aus denen die Reporter von Radio Eins am laufenden Band berichten.

So kann man sich auch in diesem Sommer wieder von der Fülle des Angebotes einfach in die Nacht treiben lassen, nette Leute treffen, unbekannte Häuser besuchen, man kann aber auch schon vorher, mit Hilfe dieser umfangreichen Website, seinen Weg durch die Museen planen. Bevor es Nacht wird. Und bevor die Preußen kommen.

Wolf Kühnelt

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